Sonntag, 11. Juni 2023

Von Berufs wegen

 

„Verlangt ein Lehrer jetzt, verdienten Dank zu haben,
der suche schwarzen Schnee, und fange weiße Raben.
“

(Christian Gryphius, 1698)

Vorgestern äußerte ein Blogger-Kollege in einem Artikel zum Verhältnis von Jochen Lüders und mir:

„Man merkt dem Diskussionsstil der beiden an, dass sie gewohnt sind, vormittags immer Recht zu haben...“

https://helgestangoblog.blogspot.com/2023/06/ja-wie-denn-nun.html?

Auf Facebook antwortete ich:

„Mag also sein, dass Lüders und ich vormittags gerne recht haben (oder hatten). Das unterscheidet uns immerhin von Leuten, die Tag und Nacht recht haben müssen.“

Ich habe mich über diese immerhin noch amüsante Anspielung auf den Lehrberuf nicht geärgert. Lehrer sind bekanntlich Personen, welche vormittags recht und nachmittags frei haben…

Vor Jahrzehnten bereits haben wir solche angestaubten Gags wie folgt kommentiert:

„Im Keller hört man das Rattern der Bartaufwickel-Maschine.“

Und auch mit diesem angejahrten Spruch wurde ich schon karikiert:

„Hier herrschen eigene Bloggesetze, die strikt vollzogen werden:
§1 Der Lehrer hat immer Recht.
§2 Hat er mal nicht Recht, tritt §1 in Kraft.“

https://milongafuehrer.blogspot.com/2022/05/und-was-machen-sie-so.html

Aber es geht noch weit heftiger. Hier eine kleine Auswahl dessen, was ich schon hinsichtlich meines früheren Berufs lesen durfte:

„Beim besserwisserischen ich-hab-immer-das letzte-Wort-Klugscheisslehrer mag eben niemand posten.“

„Was bleiben ihnen, als Oberlehrer, denn sonst für eine Möglichkeit, die erlebten Zurückweisungen zu verarbeiten.“

„40 Jahre der Chef im Klassenzimmer und dann Plötzlich die letzte Wahl bei den Damen.“

https://milongafuehrer.blogspot.com/2021/07/post-vom-obertanen.html

„Auch diesen Artikel interessiert keine Sau. Ausser vielleicht ein paar frustrierte Oberlehrer.“

„Erinnert mich an die Schule, diese Sache. Der Lehrer entschied, wann es beleidigend war und der Schlüsselbund mein überraschtes Gesicht traf.“

„Da muss der Gancho nicht auf den Punkt sein, sondern passt nie so richtig, aber immer doch so viel, dass es irgendwie schon hinhaut - zumindest in den selbstverliebten Augen eines Oberlehrers.“

https://milongafuehrer.blogspot.com/2022/07/diesen-artikel-interessiert-keine-sau.html

„Vermisst du die Schule, oder warum ist es nötig, so schulmeisterlich daher zu kommen? Aber vielleicht hast du im Gegenteil auch zu früh die Seite der Schulbank gewechselt.“

https://milongafuehrer.blogspot.com/2018/04/liebes-tagebuch-49.html

„Die ganze Diskussion ist aus meiner Sicht überflüssig. Oberlehrer Riedl hat m.E. nur ein Ziel: Provozieren!“

https://milongafuehrer.blogspot.com/2021/08/protango-ev-eine-spurensuche.html

Ich frage mich halt immer: Was macht einen Text unglaubwürdig oder falsch, wenn er von einem Lehrer verfasst wird – statt von einem Angehörigen eines anderen Berufsstands? Oder sollten sich Lehrer generell nicht öffentlich zum Tango äußern – oder besser: zu gar keinem Thema?

Klar, es gibt in diesem Metier Leute, die zum Abgewöhnen sind, darüber muss man mich nach zirka 35 Jahren in diesem Geschäft nicht belehren. Ich habe sogar ein Buch über die Probleme in unserem Beruf geschrieben:

http://www.robinson-riedl.de/lehrer-retter.htm

Professionelle Deformationen soll es aber auch in anderen Sparten geben. Sehr oft hätte es mich schon gereizt, beispielsweise die technokratische Sicht mancher Schreiber mit ihrem Beruf in Verbindung zu bringen – oder die Allwissenheit tanzender Mediziner respektive die esoterische Verspultheit diverser Therapeuten für und gegen alles Mögliche.

Man übersieht dabei aber stets, dass es die Individuen sind, welche zum Tango etwas äußern – und ein Mensch wird durch vieles geprägt, was nichts mit der Art des Brotverdienstes zu tun hat. Und darüber weiß ich im Normalfall viel zu wenig, als dass ich mir ein Urteil erlauben dürfte. Also konzentriere ich mich darauf, was jemand schreibt – und nicht, wer es ist.

Warum erregt gerade der Lehrberuf diese finsteren Instinkte? Ich fürchte, es sind in vielen Fällen die Erinnerungen an eigene schulische Misserfolge. Und daran waren natürlich die Lehrer schuld – wer sonst?

Ich wäre dafür, dass jeder Kommentierende in den sozialen Medien sich zunächst mit seinem Beruf vorstellt, auf dass man sich dann die einschlägigen Klischees schon einmal zurechtlegen kann. Ich habe sogar gelegentlich nachgefragt. Doch da reagiert man äußerst schmallippig. Ein altgedienter Tangolehrer beispielsweise wollte ums Verrecken nicht angeben, welche Berufsausbildung er habe. Tja, selber schuld, wenn Leute wie ich da transparenter agieren…

https://milongafuehrer.blogspot.com/2022/05/und-was-machen-sie-so.html

Kein Wunder, dass immer weniger junge Menschen bereit sind, sich vor eine Klasse zu stellen. Es reicht ja nicht, dass manche Schüler uns täglich mit Machtproben überziehen – anschließend landen dann die Eltern mit dem Helikopter. Notfalls setzen uns noch rückgratlose Vorgesetzte zu. Und in der Öffentlichkeit hagelt es saudumme Lehrer-Sprüche. Vor allem aber weiß offenbar jeder, wie man passend unterrichtet. Ausprobieren wollen es aber die wenigsten…  

Ich würde diesen Beruf heute nicht mehr ergreifen. Schon bis zu meiner Pensionierung habe ich erlebt, dass sich die Arbeitsbedingungen immer weiter verschlechterten. Seit 2011 ist es noch schlimmer geworden – und daran ist die Corona-Pandemie noch am wenigsten schuld.

Seltsamerweise bleiben Tangolehrer von der Kritik weitgehend verschont. Klar, sie haben auch bessere Arbeitsbedingungen: Kleine Klassen oder sogar Einzelunterricht, sie müssen weder Prüfungen abnehmen, Noten erteilen noch sich an Lehrpläne halten. Und sie müssen nicht darauf achten, dass Hansi in der letzten Bank seinem Vordermann nicht den Zirkel in den Hintern rammt. Kein Vorgesetzter redet ihnen drein, und ihre Schülerinnen und Schüler sind meist höchst motiviert. Die Kursgebühren dürfen sie selber festlegen – und wer ihnen dumm kommt, den können sie unverzüglich nach Hause schicken. Und im Gegensatz zu ihren Kollegen am Katheder haben sie tagsüber frei und abends recht. Ein Traumberuf, welcher großen Zulauf hat!

Ich wollte das jedoch nie werden, da mir hierzu eine solide Berufsausbildung fehlt. Andere scheint das nicht zu belasten.

Daher habe ich mich damit abgefunden, dass manche meinen Argumenten auch in Zukunft mit der Feststellung begegnen werden, ich sei ja Lehrer – mehr müsse man dazu nicht sagen. So wie der Münchner Tanzschulbesitzer und Tanzlehrer (!) Oliver Fleidl, der einmal schrieb:

„ACH DER IST LEHRER GEWESEN?? Jetzt wird mir einiges klar.“

https://milongafuehrer.blogspot.com/2017/05/traurig-und-tzau-doof.html

Merke: Sich in komplizierte Sachdebatten zu verzetteln, bringt wenig. Man muss seine Kritik holzschnittartig auf wenige Punkte konzentrieren, damit sie wirkt. Ein großer Rhetoriker hat das einmal so formuliert:      

„Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwenden, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag.“

Das Zitat stammt aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“.

https://www.youtube.com/watch?v=BHNJVke94xg

Dienstag, 18. April 2023

Lehrer werden? Lieber nicht!

Mein einstiger Wunsch, Lehrer zu werden, entstand in der Oberstufe des Gymnasiums. Mein großes Vorbild war mein Chemie- und Biologielehrer – eine durch und durch liberale Persönlichkeit. Obwohl er natürlich keinen Zweifel daran ließ, wer im Unterricht das letzte Wort hatte, kommunizierte er mit uns auf „Augenhöhe“, nahm uns Jugendliche ernst – was ihm das Missfallen des reaktionären Schulleiters einbrachte.

Auch im sonstigen Kollegium war Liberalität ein Spurenelement. Ein nicht ganz kleiner Teil meiner Lehrkräfte bestand aus desorientierte Spinnern, der große Rest hielt einen halbwegs ordentlichen Unterricht. Talente gab es nur sehr wenige. Aber die meisten einte die Vorstellung, dass wir Schüler zu einer minderen Kaste zählten, deren Ansichten man ignorieren konnte. Man ließ sich mit „Herr Professor“ ansprechen (Frauen gab es nur wenige), Widerspruch wurde als Majestätsbeleidigung verfolgt.

Dies war wohl einer der Hauptgründe, selber den Lehrberuf anzustreben: Ich war damals davon überzeugt, es besser zu können. Mein Traum war, einen ein klar konzipierten Unterricht zu erteilen, den Lernstoff wirklich gut zu erklären, auf Nachfragen einzugehen, im Dialog mit den Schülern (gegendert wurde damals noch nicht) Einsichten und Kenntnisse zu erarbeiten. Und ja – natürlich die anvertrauten Kinder und Jugendlichen ernst zu nehmen, sie nicht als Menschen zweiter Klasse zu behandeln.

Beigetragen hat sicherlich auch mein „Rampensau-Gen“: Ich suchte die Herausforderung, vor anderen aufzutreten – egal, ob es sich um Unterricht, Zauberei, Moderation oder eine Rede handelte. Stets faszinierte mich der Anspruch, das Publikum „zu kriegen“, einen stabilen und anregenden Kontakt hinzubekommen, Gefühle zu erzeugen.

Als ich meinem großen Vorbild einmal gestand, beruflich in seine Fußstapfen treten zu wollen, warnte er mich eindringlich davor: Es gebe doch „so schöne andere Berufe“…

Trotz dieser Skepsis zog ich Studium und Referendariat durch und erzielte Noten, die selbst im gestrengen Bayern zu einer Beamtenstelle reichten – sogar an dem Gymnasium, für das ich mich beworben hatte. Und das, obwohl damals eine „Lehrerschwemme“ herrschte und viele Absolventen nur einen Angestellten-Vertrag erhielten oder sich nach einem anderen Job umsehen mussten.

Von 1979 bis 2011 war ich im Schuldienst tätig, lange Zeit in Vollzeit-Beschäftigung. Unterm Strich kann ich sagen: Es war eine schwere, aber auch anregende Tätigkeit, die häufig Probleme bot, aber auch viel Spaß machte. Am liebsten war mir die Arbeit im Klassenzimmer – am ödesten fand ich die zunehmende Bürokratisierung und das öfters sinnfreie Geschwafel in den Konferenzen. Das Lehrerzimmer betrat ich nur, wenn es gar nicht anders ging.

Leider musste ich erleben, wie sich unsere Arbeitsbedingungen im Lauf der Jahre immer mehr verschlechterten, das Ansehen unseres Berufsstands stetig abnahm. Zu meiner eigenen Schulzeit hieß es noch: „Dein Lehrer wird schon wissen, warum“. Inzwischen lautet die Devise: „Lass dir vom Lehrer ja nichts gefallen!“ Dieser Umschwung hat für den praktischen Schulbetrieb fürchterliche Konsequenzen.

Glücklicherweise konnte ich aus Gesundheitsgründen 2011 die Frühpensionierung erreichen und so die Schule mit einigermaßen stabilem Gemüt verlassen. Ansonsten hätte ich noch weitere gut sechs Jahre in einem System verbringen müssen, dessen Sinn ich immer mehr bezweifelte. Ich glaube nicht, dass ich dies ohne psychischen Knacks überstanden hätte.

Daher kann ich heute bilanzieren: Ich habe hart gearbeitet, oft genug gezwungenermaßen an Dingen, welche ich nicht nur für überflüssig, sondern teilweise für total bescheuert hielt. Und von meinen Schülern habe ich viel verlangt – und sie haben daher auch einiges gelernt. Im Gegenzug habe ich ordentlich verdient und werde nun luxuriös fürs Nichtstun bezahlt.

Ich meine daher: Der Freistaat Bayern und ich sind quitt.

Derzeit ist das Gejammer im Bildungssektor wieder einmal auf einem Höhepunkt: Schätzungsweise fehlen 30000 bis 40000 Lehrkräfte – vor allem in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Ich hätte heute also die Gewissheit, mir auch mit einem miesen Staatsexamen die Einsatzstelle aussuchen zu dürfen.

https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/lehrermangel-bleibt-bundesweit-ein-problem/

Ich kann nur sagen: Der Lehrermangel wundert mich kein bisschen.

Eine Parallele finde ich im Fußball: Seit 2006 ist die Zahl der Schiedsrichter in Deutschland von zirka 80000 auf 45000 zurückgegangen.

https://www.zdf.de/nachrichten/sport/fussball-mangel-wertschaetzung-schiedsrichter-manu-thiele-bolzplatz-100.html

Der Grund ist offensichtlich: Bei Umfragen beklagen um die 80 Prozent der Referees den mangelnden Respekt von Spielern, Trainern und Zuschauern. Beleidigungen und Bedrohungen sind an der Tagesordnung – und wenn man Pech hat, erlebt man auch tätliche Angriffe. Das Problem betrifft vor allem die unteren Amateurligen.

Da ist der Schiedsrichter nämlich meist auf sich allein gestellt. Wie die Lehrkraft im Klassenzimmer. Und die erlebt immer öfter ganz ähnliche Attacken. Und hat nicht mal eine Rote Karte, um Übeltäter vom Feld zu schicken. Stattdessen muss er sich darauf verlassen, dass sein Chef das übernimmt. Häufig ist dies nicht der Fall.

https://www.polizei-dein-partner.de/themen/schule/detailansicht-schule/artikel/gewalt-gegen-lehrer.html

Niemand bestreitet, dass wir in unserer Gesellschaft Menschen brauchen, die für einen geordneten Ablauf die Verantwortung tragen – ob sie nun Schiedsrichter, Lehrer oder Polizisten heißen. Und die muss man zu diesem Zweck mit einer gewissen Entscheidungsgewalt ausstatten.

So sehr dies (noch) allgemeiner Konsens ist: Im konkreten Fall wird das immer weniger akzeptiert, sondern löst hitzige Debatten aus, die natürlich ganz schnell den sachlichen Bereich verlassen und ins Persönliche abgleiten. Da lässt sich ja auch leichter argumentieren.

In unserem Land gibt es nicht nur Millionen von Fußball-Experten, sondern auch immer mehr Eltern, die genau wissen, wie eine Lehrkraft korrekt zu arbeiten hat. Die allerdings das Ansinnen, dann doch selber Schiedsrichter oder Lehrer zu werden, mit Ekelfältchen abweisen: Nein, das täten sie sich nicht an!

Ich habe im Beruf immer wieder nölenden Erziehungsberechtigten angeboten, mich doch mal an einem Schultag fünf Unterrichtsstunden zu begleiten – und zu erleben, wie viele Entscheidungen einem im Kontakt mit über 100 Schülern (und auch Kollegen) abverlangt werden. Da bleibt zum Nachdenken wenig Zeit – vieles muss man spontan und intuitiv lösen. Dass dabei Fehler passieren, ist völlig normal. Das Meiste aber machen die Profis am Pult aber richtig. Weil sie es gelernt haben – nicht zuletzt in jahrelanger Praxis.

In keinem einzigen Fall haben übrigens Eltern mein Angebot angenommen.

Stattdessen wird dann eine Maßnahme, ein Vorfall, bei dem man in nur wenigen Sekunden reagieren muss, hinterher genüsslich in ausführlichen Schriftsätzen und ellenlangem Palaver gedreht und gewendet. Tja, wenn wir Lehrkräfte auch so viel Zeit hätten…

Daher, liebe Eltern: Beschränkt euch auf eure Kernkompetenz und schickt uns die Kinder nicht im asozialen Naturzustand, sondern möglichst als Wesen, welche bereits über grundlegende Vorstellungen gesellschaftlichen Miteinanders verfügen. Und wenigstens grundsätzlich eine Schule besuchen und etwas lernen wollen.Wir können in 45 Minuten-Einheiten euren jahrelangen Murks nämlich höchstens ansatzweise korrigieren!

Und, liebe Vorgesetzte: Lasst eure Kollegen machen – sie haben nämlich das gleiche Studium absolviert wie ihr. Steht hinter ihnen, wenn sie mal wieder wegen irgendeinem Pillepalle angegriffen werden, statt euch windelweich auf den „Schulfrieden“ herauszureden. Und solltet ihr der Meinung sein, es besser zu können, dann verlasst das gemütliche Offizierscasino und kehrt an die Front zurück! Dort brauchen wir nämlich jede Menge gute Leute.

Ach ja, werte Kultusbürokratie: Hört auf damit, die Kollegen im Jahrestakt mit irgendwelchen neuen Unterrichtskonzepten und Lehrplänen zu belästigen! Lehrer sind Menschen und daher verschieden. Jeder muss seine eigene Art des Unterrichtens finden, mit der er erfolgreich ist.

Es ist stets die Persönlichkeit, die eine gute Lehrkraft ausmacht – und nicht das oft nutzlose angeeignete Wissen im Studium. Diese sollte man fördern und nicht planieren.

Die Hierarchien im Bildungswesen müssen flacher werden. Mit meiner Besoldungsgruppe (A 15) hätte es bei der Marine zum Korvettenkapitän gereicht. Im Lehrberuf wurde mir sogar das Zimmer für die Elterngespräche von oben zugeteilt.

Daher finde ich den derzeitigen Lehrermangel völlig verständlich. Ich fürchte, er muss noch schlimmer werden, damit sich die Entscheidungsträger endlich mit den wahren Ursachen beschäftigen und diese beseitigen.

Zirka 75 Prozent der neu ausgebildeten Schiedsrichter hören in den ersten zwei Jahren wieder auf. Der Hauptgrund: Man wolle nicht ein halbes Wochenende damit vertun, beleidigt und angepöbelt zu werden.

Wir Lehrer haben das Problem, dass dies während einer ganzen Arbeitswoche geschieht. Wollen wir uns das geben? Lieber nicht!

Zum Weiterlesen:

https://gerhards-lehrer-retter.blogspot.com/2018/06/warum-ich-sicher-nicht-mehr-lehrer-wurde.html

https://gerhards-lehrer-retter.blogspot.com/2015/10/unversandter-brief-einen-ungehaltenen.html

P.S. Zum alltäglichen Irrsinn:

https://www.youtube.com/watch?v=ukehJuHr3yg

Freitag, 13. Januar 2023

Meine Charts aus dem Dummdeutschen

 

„Da schießt man übers Ziel hinaus.“ (Innenminister Joachim Herrmann über die geplante Verschärfung des Waffenrechts, Bayerisches Fernsehen, 9.1.23)

Immer wieder staune ich über neue Redewendungen, mit welchen uns Politiker und Medien beglücken. Meist entstehen sie in Situationen, in denen der Betreffende nichts zu sagen weiß. Das wäre nicht schlimm, wenn er es nicht dennoch versuchte. In der Folge wird der Sprachmüll dann vielfach nachgeplappert.

In den letzten Tagen habe ich mir einige dieser Geistesleistungen aufgeschrieben und auch andere um Vorschläge gebeten. Freuen Sie sich nun auf meine Charts – Best of Deppendeutsch:

„Gipfel“

Der an sich klare Begriff bezeichnet inzwischen nicht nur die Spitze eines Berges oder metaphorisch irgendetwas kaum Überbietbares. Vielmehr muss er dafür herhalten, wenn hochrangige Verursacher einer Katastrophe, welche von genau diesen verursacht wurde, sich zu deren Behebung treffen. Gerne spricht man dann auch von „Krisengipfel“ – was nicht deren Höhepunkt meint. Klar, dass dabei kaum etwas herauskommt. Es gilt immer noch das Wort des Kabarettisten Werner Schneyder: „Verantwortliche, die sich selber suchen, finden sich in der Regel nicht.“

„Narrativ“

Ich habe folgende Definition gefunden:

„Eine Erzählung, Geschichte oder ein Märchen ist ein Bericht über eine Reihe von zusammenhängenden Ereignissen oder Erfahrungen, unabhängig davon, ob es sich um ein Sachbuch (Memoiren, Biografie, Nachrichtenbericht, Dokumentarfilm, Reisebericht usw.) oder um ein fiktives Buch (Märchen, Fabel, Legende, Thriller, Roman usw.) handelt.“

https://en.wikipedia.org/wiki/Narrative

Gerade in politischen Debatten dient der anspruchsvoll (und englisch) klingende Begriff heute meist dazu, die Behauptungen oder Argumente des werten Gegners herunterzumachen. Vielleicht meinen manche, der Wort leite sich von „Narr“ ab – was angesichts der Verwendung durchaus naheliegt!

„Quantensprung“

Wird gerne benützt, um die Bedeutung einer (meist positiv verstandenen) Sache rhetorisch aufzublähen. Auch, wenn man keine Ahnung von der Quantentheorie hat. Die wahre Bedeutung hat uns bereits der Physiker und Kabarettist Vince Ebert erklärt: „Ein Quantensprung bezeichnet den kleinstmöglichen Energieübergang, meist von einem höheren auf ein niedrigeres Niveau.“

„Am Ende des Tages“

Eine Luxusformulierung, mit welcher der Benutzer andeuten will, er ahne hellseherisch bereits das Ende einer Entwicklung. Nein: Am Ende des Tages wird es Nacht. Sonst gar nichts.

„zeitnah“

Wird bevorzugt dann verwendet, wenn man sich auf die Dauer einer Erledigung nicht festlegen will – sonst könnte man ja „sofort“ oder „bis übermorgen“ sagen. Stattdessen sieht man die Zeit nahen, in der man sich noch vor der Ausführung des Versprochenen drücken kann. Um nochmals Werner Schneyder zu zitieren: „Wenn Politiker von einem ‚Sofortprogramm‘ sprechen, weiß man: Es ist zu spät.“

„schlagen Alarm“

Eigentlich ist doch klar: Wenn eine Alarmglocke ertönt, hilft nur noch „rennen, retten, flüchten“. Inzwischen schlägt in fast jeder Nachrichtensendung einer Alarm – meist der Vertreter eines Interessenverbands, der seiner Lobbyarbeit den Anschein von Dringlichkeit verleihen möchte.

„Das macht Sinn“

Wird bevorzugt zur Rechtfertigung von sinnlosem Gedöns eingesetzt. Leider kann man aber Sinn nicht „machen“ – stattdessen wohnt er einer Sache halt inne oder auch nicht. Meist gilt der zweite Fall.

„kulturelle Aneignung“

Ähnlich verhält es sich mit der Kultur – sie gehört überhaupt keinem, sondern ist gemeinsames Erbe der Menschheit. Somit kann man sie weder verscherbeln noch sich „aneignen“.

„nachhaltig“

Laut Duden: „sich auf längere Zeit stark auswirkend“

https://www.duden.de/rechtschreibung/nachhaltig

Wurde inzwischen von umweltbewussten Propheten ausschließlich für ihre Zukunftsvorstellungen gekapert. Dabei ist der Begriff völlig wertneutral. Wer jemand in den Bauch boxt, hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck – hier stimmt sogar die Metapher perfekt!

„Das macht etwas mit einem“

Meist wird gar nicht gesagt, was ein Umstand denn mit einem mache. Was bleibt, ist eine beliebige verbale Flatulenz, welche der sprachlichen Beeindrucke dient sowie Innigkeit vorgaukelt. Wie immer es sei: Mir sind Menschen lieber, die aus einer Sache etwas machen – und nicht die Sache mit ihnen!

Nun aber – Lasergewitter, Bodennebel, Fanfaren, Tänzerinnen – meine drei Spitzenreiter:

„Achtsamkeit“

Ein Wort, welches bei mir inzwischen sofortige Übelkeit auslöst: Man achtet halt auf vieles – vielleicht auch auf Umstände, welche einem Vorteile verschaffen oder den lieben Nächsten sogar abschmieren lassen. Mit der früher verwendeten „Rücksichtnahme“ hat das wenig zu tun. Nach meinen Erfahrungen nennen sich speziell guruartige Leisetreter „achtsam“, um unter dieser Maskierung beliebige Sauereien anzustellen.

„Aktivisten“

bezeichnet heute nicht etwa Menschen, welche positive Aktivitäten zeigen, sondern meist Straftäter, welche von der Unwiderlegbarkeit ihrer Einstellungen überzeugt sind und ihre Mitmenschen mit Nötigungen drangsalieren.

Ähnlich schrecklich finde ich die Bezeichnung „Fans“ für Zeitgenossen, welche Massensportarten wie Fußball mit Gewalttaten überziehen. Mehr Euphemismus geht wirklich nicht!

Nun aber meine absolute Lieblings-Wendung aus dem Dummdeutschen:    

„Mit etwas umgehen“

Bezeichnenderweise wird selten gesagt, wie man denn konkret mit einem Problem umgehe – geschweige denn es löse. Eher „umgeht“ man es halt rhetorisch…

Diese Redewendung ersetzt perfekt eine Formulierung aus den 1990er Jahren. Wenn ein Politiker damals etwas nicht wusste oder wissen wollte, kam die unvermeidliche Aussage, er „gehe davon aus“. Was meist bedeutete, er mache sich leise vom Acker.

Das erinnert mich an einem Spruch aus meiner Pubertätszeit:

„Wer Ford fährt, kehrt nie wieder.“

Leider kann man heute unbesorgt die sprachliche Nebelmaschine anwerfen – Journalisten, welche gezielt und unerbittlich nachfragen, sind eher selten. Zumal sie oft dieselben Phrasen einsetzen.

Aus einem uralten Programm der „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ kann ich noch heute diese Zeilen auswendig:

„Unbekannt, selbst ihren Kündern

Tropfen aus den Staatsmannsmündern

Ketten von verkackten Kürzeln

Achtlos wie aus Hühnerbürzeln“

Geben wir dazu noch einem Meister der sprachlichen Polemik das Wort:

https://www.youtube.com/watch?v=zfOGYckuHsw

P.S. Vielleicht gibt es demnächst einmal meine Hitliste aus dem „Tango-Dummdeutschen“. Seien Sie gespannt!

https://milongafuehrer.blogspot.com/2023/01/die-hits-des-tango-sprachmulls.html

Dienstag, 3. Januar 2023

Zwischen Böllern und Gedöns

Das Chaos war vorhersehbar: In vielen größeren Städten, Berlin natürlich wie bei jedem Blödsinn führend, arteten die Silvesterfeiern in bürgerkriegsähnliche Zustände aus: Polizisten und Rettungskräfte wurden mit Pyrotechnik beschossen, ja sogar in Hinterhalte gelockt und von vermummten Randalierern angegriffen. Es gab teilweise Schwerverletzte.

Noch schlimmer als diese Randale waren dann diverse Interviews mit Politikern und „Konfliktforschern“, welche offenbar weder ein Abgeordnetensitz noch ein Professorentitel daran hindert, dummes Zeug zu erzählen.

Klar, die politisch Verantwortlichen kaschierten ihre Ratlosigkeit mit den erwartbaren Betroffenheits-Textbausteinen – samt der üblichen Forderung nach konsequentem Vorgehen und strengen Strafen. Lustig finde ich dabei stets, wenn regierende Politiker etwas „fordern“ – sie hätten doch die Macht, dies umzusetzen, oder? Wieso wenig dabei herauskommen dürfte: Es könnte beim Buhlen um „Jungwähler" stören.

Akademiker aus Soziologie, Pädagogik, Psychologie und anderen Laber-Disziplinen betonten einmal mehr, es handle sich um junge Menschen, welche „von der Gesellschaft abgehängt“ worden seien, „keine Perspektive“ hätten. Daher müsse man sich verstärkt um deren „Integration“ kümmern, ihnen reale Chancen vermitteln.

Den Appetit aufs Abendessen verdarb mir gestern dann noch ein „Kriminologe“, welcher uns die Einsicht seiner Wissenschaft vermittle, strengere Strafen bewirkten keine Verbesserung – eher im Gegenteil. Ich hätte dem Herrn gerne den Vorschlag unterbreitet, die Höchststrafe für Mord auf zwei Jahre mit Bewährung zu reduzieren – wenn’s denn was hilft…

Und – wer hätte es nicht befürchtet – fordert man ein bundesweites „Böllerverbot“. Sprich: Wegen der Übergriffe einiger Knallköpfe will man Millionen Menschen, die sich anständig und sozialadäquat verhielten, den Spaß verderben. Ich warte noch darauf, dass man auch Baseball-Schläger verbieten will.

Wahrlich, dieses Gedöns ist schlimmer als jeder Böller-Zielwurf!

https://www.youtube.com/watch?v=vFACo7Wle0A

Vielleicht sollte man sich stattdessen klarmachen, dass die aufs Danebenbenehmen spezialisierte Klientel ziemlich klar einzugrenzen ist: Zu gut 95 Prozent handelt es sich um männliche Jugendliche und junge Männer unter dreißig. Dass die besonders notleidend wären, ist mir bislang noch nicht aufgefallen: Nicht selten fette Autos, Markenklamotten, frisch getrimmte Sportler-Frisuren und teure Smartphones – schließlich muss man sich ja zu gemeinsamen Angriffen auf Polizei und Rettungskräfte verabreden. Und die Feuerwerks-Munition ist ja auch nicht gerade billig. Der „Berliner Zeitung“ entnahm ich, es hätten sich vor Silvester lange Schlangen an den Waffengeschäften gebildet, um sich noch rechtzeitig mit Schreckschusspistolen einzudecken.

https://www.cicero.de/innenpolitik/silvester-in-berlin-polizei-angriffe-randale-berliner-zeitung

Wie groß der Anteil von Migranten bei diesem Pack ist, interessiert mich eher wenig. Wir verfügen unter den Deutschstämmigen über ein ausreichendes Reservoir von Vollidioten.

Die Wurzeln solchen Verhaltens liegen bereits in der frühen Kindheit: Offenbar haben Eltern und Erzieher immer mehr panische Angst, den lieben Kleinen etwas zu verbieten und dann auch konsequent zu bleiben. Man fürchtet Liebesentzug, wenn man es täte. Es ist doch eine Schande, dass inzwischen gehobene Restaurants dazu übergehen, für Gäste ein Mindestalter von 14 Jahren festzusetzen, da offenbar Eltern zunehmend nicht mehr in der Lage sind, ihrem Nachwuchs die einfachsten Regeln sozialen Miteinanders beizubiegen.

Als Lehrer hatte ich genügend Zeit, den Niedergang zu erleben. Immer öfter hatte man bei konsequenter Ahndung schlechten Benehmens randalierende Eltern am Hosenbein, welche sich die Eingriffe in die empfindsame Kinderseele verbaten. Und natürlich gab es nur zwei Sorten von Noten: gute und ungerechte.

Das Mantra dieser speziellen „Kinderfreunde“ lautet, man habe alles zu unterlassen, was den Heranwachsenden Misserfolg oder gar mal ein Scheitern beschere. Dass es zu einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung gehört, auch mal unangenehme, sogar schlimme Dinge zu verkraften, ist in diesen Kreisen unbekannt. Und selbst ein Fußweg von zwei Kilometern zur Schule grenzt an Kindesmisshandlung, weshalb man den gepamperten Nachwuchs per SUV am Schultor abliefert. (Übrigens hatten meine Eltern keinen Führerschein, daher musste ich stets Fahrrad, Moped oder Bus benützen.)

Parallel wuchs der Druck, auch mangelhafte oder sogar indiskutable Leistungen per beschönigende Benotung abzusegnen. Wundert es dann jemand, wenn dann mit Placebo-Zertifikaten ausgestattete junge Menschen in der Berufsausbildung oder im Studium grandios versagen? Sie haben nie erlebt, dass Mühen oft zu Erfolgen führen, dass man dann zu Recht stolz auf sich sein kann und somit das Bedürfnis sinkt, Polizisten mit Feuerwerkskörpern zu beschießen!

Aber ums Geld geht es ja nicht: Wenn man die unzumutbare Belastung einer Lohnarbeit vermeiden will, gibt es ja, wie schon für die Eltern, staatliche Stütze, welche man neuerdings „Bürgergeld“ nennt. Was einen offenbar nicht daran hindert, bei passender Gelegenheit Repräsentanten des „Scheiß-Staates“ zu attackieren.

Und man muss klar benennen, dass es sich hier um das Ausleben eines völlig bescheuerten „Männlichkeits-Ideals“ handelt. Als Ursache sehe ich vor allem den weiblich dominierten Erziehungs- und Bildungsbereich – Jungs werden weitgehend von Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen betreut. Auch verheiratete Mütter sind oft „alleinerziehend“. Der männliche Nachwuchs braucht aber gleichgeschlechtliche positive Vorbilder, die man eher nicht auf der Straße findet.            

Ich sage daher voraus: Ohne ein generelles Umdenken auf dem Erziehungs- und Bildungssektor werden solche Krawalle weiterhin zur Deppen-Folklore gehören. Sie sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Diese hätte auch die „Titanic“ nicht sinken lassen.

Betrachtet man diese Jungmännerhorden, ist – zumindest für Biologen – mit Händen zu greifen: Es handelt sich um „subadulte Hormonmonster“, die nach Rangordnung lechzen. Leider verwehrt ihnen die Gesellschaft den Lerneffekt, Autoritäten zu respektieren, im Gegenteil: Sie dürfen Polizisten vor sich hertreiben. Diese „positive“ Erfahrung ist Gift für unsere Gesellschaft.

Eine solche Entwicklung kann man nicht mit Dashcams an Feuerwehrwagen korrigieren, sondern mit klaren Ansagen im Kinderzimmer. Und wer sich vor dieser Aufgabe hartnäckig drückt, sollte sich einmal überlegen, aus welchen Gründen er dann ein Sorgerecht beansprucht!

Die Forderung nach „strengeren Gesetzen“ ist wohlfeil, so lange sie eine „Kuschel-Justiz"nicht ausreichend umsetzt. Einige juristische Normen halte ich allerdings für sehr fragwürdig:

·       Ich frage mich, warum man die Strafmündigkeit nicht längst von 14 auf 12 Jahre gesenkt hat. Der Entwicklungsstand von 12-Jährigen ist überhaupt nicht mehr mit dem vor 50 und mehr Jahren vergleichbar. Manche kriminelle Karrieren ließen sich so rechtzeitig stoppen.

·       Weiterhin sehe ich nicht ein, warum man zwischen 18 und 21 Jahren noch Jugendstrafrecht anwenden kann. Mit 18 ist man volljährig, kann Verträge abschließen, wählen, heiraten und notfalls sogar Bundeskanzler werden. Dann sollte für Straftaten auch der Erwachsenentarif gelten!

·       Für einen Wahnsinn halte ich es ebenfalls, wenn die Gerichte Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren fast stets zur Bewährung aussetzen. Ein Arrest – und sei es nur für ein Wochenende so ganz ohne Handy – könnte ein rechtzeitiges Umdenken bewirken. Stattdessen lässt man kriminelle Karrieren so lange laufen, bis es dann gleich mehrere Jahre Haft setzt. Und die Strafe muss auf dem Fuße folgen, sonst lernt man nichts. Jugendrichterinnen wie die leider verstorbene Kirsten Heisig waren bislang einsame Rufer in der Wüste.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kirsten_Heisig 

Hir noch ein aufschlussreiches Interview des altgedienten SPD-Bezirksbürgermeisters von Neukölln, Heinz Buschkowski:


Eigentlich könnte mich das Ganze ja kalt lassen. Den Lehrberuf muss ich ja längst nicht mehr ausüben – und im Landkreis Pfaffenhofen verlief die Silvesternacht ohne besondere Vorkommnisse – obwohl es in Pörnbach Feuerwerk bis zum Abwinken gab.          

https://www.donaukurier.de/lokales/landkreis-pfaffenhofen/kaum-einsaetze-fuer-die-rettungskraefte-an-silvester-im-landkreis-pfaffenhofen-10277391

Ist „hinter den sieben Bergen“ die Welt noch in Ordnung? Sicher nicht. Die Zwänge des Dorflebens sind nicht immer schön – gerade für Frauen. Und ich finde es unverständlich, dass unsere Gemeinde es bis heute nicht geschafft hat, ein funktionierendes Jugendzentrum aufzubauen. Als Jugendlicher auf dem Land bleibt einem dann halt der Sport- oder Schützenverein oder ein „Burschenverein“.

Man hätte also mehr Grund als in der Großstadt, mit Raketen auf Polizeibeamte oder Feuerwehrleute zu schießen. Warum man es dennoch nicht tut? Ich glaube, weil es auf dem Land noch (!) genug Eltern und Erzieher gibt, welche dem Nachwuchs beibringen, was in der Öffentlichkeit geht und was nicht. Gott sei Dank!

P.S. Daher benötigten wir auch für unsere „Wohnzimmer-Milonga“ keine speziellen Regeln.